Wir wollen auch Werte vermitteln

Fünf Tage lang schallte der Schlachtruf "Hala Madrid" durch das Meiningen Stadion Maßfelder Weg. Beim Fußballcamp der Real-Madrid Clinics Foundation zeigen die Talente der Region, was sie schon mit dem Ball können.


Zum mittlerweile fünften Mal gastierte die Real Madrid Foundation Clinics, die Fußballschule der "Königlichen" aus der Landeshauptstadt Spaniens, bei der SG Meiningen. Insgesamt 81 Kinder aus der näheren Umgebung von Meiningen, aber auch von weiter her, hatten eine Woche lang viel Spaß bei einem anspruchsvollen Programm. Die Knirpse kamen unter anderem auch aus Tiefenort, Steinbach-Hallenberg, Weidebrunn, Suhl, Schleusingen, Hildburghausen, Erfurt, Weimar, Themar, Leimbach, Mittelschmalkalden, Dietzhausen und Schweina.

Die Riege der Übungsleiter wurde in diesem Jahr vom gebürtigen Griechen George Manolis angeführt, der als Teamleiter fungierte. Der ehemalige Fußball-Profi, der in der ersten und zweiten Liga in Griechenland spielte und auch zwei Junioren-Länderspiele für sein Land absolvierte, ist seit vielen Jahren für die Real-Madrid-Fußballschule aktiv und ein erfahrener Fußballlehrer. Bernd Rüger aus dem Vorstand der ausrichtenden SG Meiningen war voll des Lobes über George Manolis.

Als dieser am Donnerstagmittag seine Schützlinge in die Mittagspause geschickt hatte, nahm er sich einige Minuten Zeit, um über die Philosophie der Real-Madrid Clinics Foundation zu sprechen. Und seinen Worten war anzumerken, dass er diese Philosophie lebt. "Bei uns geht es nicht nur um Fußball. Wir wollen auch Werte vermitteln, auf die es im Sport ankommen. Es wird bei uns großen Wert gelegt auf Fairplay, Disziplin, Respekt und Teamfähigkeit. Grundsatz ist bei uns, dass der Stärkere dem etwas Schwächeren hilft", so der 52-jährige gebürtige Grieche. "Wir suchen nicht nur den besten Spieler hier sondern auch den besten Teamplayer. Am Jahresende werden unter den besten Teamplayern aller Camps wertvolle Preise verlost."

Die Schule hat Vorrang

Aber auch sonst legen die Übungsleiter großen Wert auf Dinge, die nicht in erster Linie mit dem Training zu tun haben. "Bei einem guten Fußballer in dem Alter muss klar sein, dass bei aller Liebe zum Sport die Schule Vorrang hat. Nur wer beides gut miteinander hinbekommt, kann mal ein Großer werden. Das wollen wir den Kindern vermitteln", so Manolis. Also trainiere man nicht nur die Muskeln sondern auch das Gehirn. Und dennoch nimmt die fußballerische Ausbildung natürlich einen großen Raum ein. "Wir heben uns von anderen Fußball-Feriencamps ab. Unsere Kinder stehen die ganze Woche in einem Wettbewerb untereinander. Dabei haben sie aber keinen Druck von uns. Wir suchen den besten Spieler und der wird bei den Übungen mit modernsten technischen Mitteln ermittelt. Wir haben zum Beispiel GPS-Tracker, einen Ball mit einem Sensor, der die Schussstärke messen kann oder ein Gerät, mit dem wir herausfinden können, wer am schnellsten dribbeln kann", erklärt George Manolis. "Unseren "Best-Player" ermitteln wir mit diesen technischen Hilfsmitteln. Der Sieger wird dann mit allen anderen Gewinnern der Camps in Deutschland nach Berlin eingeladen, wo zwischen 150 und 170 Kinder ihren Besten ermitteln." Und für den geht es dann mit einem Elternteil nach Madrid, wo unter anderem auch eine Trainingseinheit im legendären Bernabeu-Stadion auf dem Programm steht. "Das ist Gänsehaut garantiert", weiß Manolis.

In den Einheiten arbeiten die Trainer darauf hin, dass die Kinder wie erwähnt keinerlei Druck haben. "Wir sind nicht hier, um zu scouten. Klar, wenn du Daten erfasst von Sprints oder Dribblings, befindest du dich automatisch in der Sichtung. Aber darum geht es uns nicht", erklärt der Fußballlehrer. Und diese Philosophie merkte man auch den Campteilnehmern an. Die gute Laune zog sich bei ihnen trotz nicht ganz so guten Wetters durch die gesamte Woche. Schon als vor der offiziellen Eröffnung alle Kinder am Montag ihren Beutel mit der Spielkleidung und der Trinkflasche bekamen, strahlten sie bis über beide Ohren. Zehn Minuten später waren alle umgezogen und dann marschierte das "weiße Ballett" zur Einlaufmusik von Real Madrid auf den Rasen des Meininger Stadions Maßfelder Weg. Wenig später begann auch schon die erste von täglich zwei Trainingseinheiten.

Hohe Standards

Dabei unterliegt das Trainingsprogramm hohen Ansprüchen. "Wir arbeiten mit Übungen nach den Standards der Nachwuchsakademie von Real Madrid. Aber diese Übungen und das was wir trainieren werden immer weiterentwickelt. Wir Trainer setzen uns oft zusammen und bringen die Erfahrungen mit ein, die wir in den Camps machen. Da gibt es oft auch Diskussionen unter uns, was man besser machen kann", so George Manolis. "So ändert sich das Programm ständig. Der Fußball entwickelt sich ja auch ständig weiter."

Manolis hatte übrigens nur lobende Worte für die SG Meiningen als Veranstalter. "Ich habe schon Camps geleitet, da hat man mir am Montagfrüh einen Schlüssel zum Sportlerheim in die Hand gedrückt mit den Worten ,wir sehen uns am Freitag´. Das geht garnicht. Hier ist das ganz anders. Es ist perfekt. Wir müssen uns nur um die Jungs kümmern, alles andere erledigen der Bernd (Bernd Rüger, Vorsitzender der SG Meiningen, Anm. d. Red.) und seine Leute. Durch die Unterstützung die wir bekommen, ist ein reibungsloser Ablauf unserer Trainingseinheiten garantiert", berichtete Manolis. Und ein besseres Schlusswort als Lob für die emsigen Mitstreiter von der SG Meiningen kann es nicht geben. Quelle: insuedthueringen (R.Ilgen)